Schlafapnoe – es gibt eine Alternative zur Schlafmaske

Leider braucht es häufig erstmal eine betroffene prominente Person um ein gesundheitliches Thema einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. So geschehen auch dieser Tage, als die Todesursache der im Dezember 2016 verstorbenen US-Schauspielerin Carrie Fisher, die den meisten als Prinzessin Leia aus der Star Wars-Saga bekannt ist, in Los Angeles bekannt gegeben wurde. Wie die gerichtsmedizinischen Untersuchungen nun ergeben haben, war unter anderem eine starke Schlafapnoe mitverantwortlich für ihren Tod.

Für die, die das zum ersten mal hören: Eine obstruktive Schlafapnoe ist eine Krankheit, bei der die Atemwege im Rachen-Gaumen-Bereich in der Nacht  zusammenfallen, so dass der Atem bis zu 60 mal pro Minute aussetzt, was zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führt. Die hörbaren Folgen: lautes Schnarchen. Was man aber weniger weiss ist, dass die Schlafapnoe auch weitreichende gesundheitsschädliche Folgen hat, wie Professor Hermann Sailer aus Zürich sagt, «die betroffenen Menschen haben auf Grund der Folgeerscheinungen der Krankheit eine kürzere Lebenserwartung». Denn Schlafapnoe kann der Auslöser für bestimmte Krankheiten sein, darunter etwa Bluthochdruck, Diabetes oder auch Herzinfarkte. Für Professor Sailer, der sich unter anderem auf die Behandlung der Krankheit spezialisiert hat, ist die Schlafapnoe kein vereinzelt auftretendes Phänomen, sondern eine regelrechte Volkskrankheit, von der auch Kinder und junge Leute betroffen sind.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es einige, am häufigsten wird den Betroffenen Patienten das Tragen einer Schlafmaske (CPAP) angeraten. Diese pumpt mit Überdruck Luft in Nase und Mund. Etwa 200 000 Menschen in der Schweiz tragen eine solche Maske, in Deutschland sind es 3 Millionen. Daneben werden auch Zahnschienen angeboten, die Unterkiefer und Zunge nach vorne verlagern. Doch all diesen Massnahmen ist eines gemein: sie behandeln nicht die Ursache des Übels, die ist nämlich anatomisch bedingt. Prof. Sailer: « Ursache ist der Abstand zwischen Zungengrund und Rachenhinterwand, ist der Kiefer nicht genügend nach vorne gewachsen hat die Zunge keinen Platz und verschliesst die Atemwege.»

Eine totale Behebung des Problems lässt sich aber nur operativ erreichen. Der erfahrene plastische Chirurg Professor Sailer hat schon vor Jahren eine Methode entwickelt, mit der er die Ursache des Problems beseitigen kann. In einer bis zu sieben Stunden dauernden Operation verlagert er Unter- und Oberkiefer nach vorne. Dadurch wird die Zunge nach vorne geschoben und gibt Platz nach hinten frei. Der Patient kann auch nachts wieder frei atmen, die Schlafapnoe verschwindet dauerhaft. Möglicherweise hätte eine solche Operation auch den Tod von Carrie Fisher verhindern können.